Bürgerapp tübingen herunterladen

Für Wirecard wird die Lage immer gefährlicher – unklar ist, wer Opfer und Täter in dem Bilanzskandal ist. Palmer gilt als Befürworter schwarz-grüner Koalitionen. Vor der baden-württembergischen Landtagswahl 2006 konkretisierte er diese Haltung, indem er inhaltliche Kriterien formulierte, an denen sich ein solches Bündnis messen lassen müsste. [106] Dem ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) stand Palmer angesichts dessen gesellschaftspolitischer Positionen allerdings ablehnend gegenüber. [107] Palmer wurde 2001 erstmals in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt, wo er über ein Zweitmandat den Wahlkreis Tübingen vertrat. Er war Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Verkehr sowie umwelt- und verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. In dieser Funktion gehörte er zu den Kritikern des Verkehrs- und Städtebauprojektes Stuttgart 21. Wenig überraschend ändert der Brief aus dem Rathaus nichts an unserer ablehnenden Grundhaltung, auch wenn wir uns über den ehrlichen, offenen und freundlichen Stil gefreut haben. Egal wie gut die technische Umsetzung auch sein mag, unsere prinzipiellen Bedenken kann sie nicht ausräumen.

Im Gegenteil, je sicherer ein solches System wird, desto komplexer und somit für die Allgemeinheit unverständlicher wird es. Das Beispiel Schweiz zeigt dies recht eindrücklich. „Nur alle fünf Jahre den Gemeinderat wählen zu dürfen, ist vielen Menschen zu wenig. Die Tübinger BürgerApp macht die Mitbestimmung in Sachfragen ganz einfach und bequem. Ich hoffe, dass sich viele angesprochen fühlen und die Chance zum Downloaden und Mitmachen nutzen“, so Palmers Begleitstatement. Das Projekt wurde mit rund 72.000 Euro vom Land Baden-Württemberg gefördert. „Wir sind fest davon überzeugt, dass diese App die Zukunft der Demokratie nachhaltig positiv beeinflussen wird“, sagen auch die Entwickler von Collective Mind. Zwei Wochen läuft die Befragung. 77.000 Einwohner ab 16 Jahren können sich per Handy anonym äußern, wie sie zum Thema Hallenbad stehen. “Es geht darum, dass der Gemeinderat informierter und weniger auf Spekulationen über den Bürgerwillen angewiesen ist”, sagt Palmer. Bindend sei das Ergebnis der Umfrage nicht.

Aber jedes Gremiumsmitglied müsse seine Entscheidung danach gut begründen können, sagt Palmer. Palmer ist gelegentlich Gast in Fernsehsendungen wie Maybrit Illner und hart aber fair und meldet sich häufig zu Themen der Bundes- und Landespolitik zu Wort. Auf der Social-Media-Plattform Facebook ist Palmer sehr aktiv. Als er ein wohl falsch geparktes Auto fotografierte und dort mit Nummernschild abbildete, führte dies zu umfangreicher Kritik an seinem Umgang mit privaten Daten: So berichtete der Focus unter der Überschrift „Facebook-Pranger: Grüner Oberbürgermeister verpetzt Falschparker“. [112] Palmer erwiderte, dass nach jüngsten Urteilen weder ein Verstoß gegen den Datenschutz noch ein Eingriff in Persönlichkeitsrechte vorliege. [113] Palmer wuchs in Geradstetten auf und ist ein Sohn des Obstbauern Helmut Palmer (1930–2004), der als parteiloser Kandidat bei mehr als 250 Bürgermeisterwahlen in Baden-Württemberg überregionale Bekanntheit als „Remstal-Rebell“ erlangte.

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